Boßeln

„Gesprochen wurde von all den Menschen wenig; nur wenn ein Kapitalwurf geschah, hörte man wohl einen Ruf der jungen Männer oder Weiber; oder von den Alten einer nahm seine Pfeife aus dem Mund und klopfte damit unter ein paar guten Worten dem Werfer auf die Schulter…“

(aus Theodor Storm: „Der Schimmelreiter“)

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„Lüch up und fleu herut“

Wer das erste Mal in Ostfriesland mit dem Auto unterwegs ist, wird mit Sicherheit irgendwann auf ein unbekanntes dreieckiges Warnschild mit der Aufschrift „Achtung! Boßeln!“ treffen.
Und wenig später kommen sie dann schon: ein oder zwei Dutzend Ostfriesen, manche mit langen Stangen in der Hand, alle konzentriert den Flug einer Hartholzkugel verfolgend, die gefährlich schnell über die Fahrbahn saust.

Geschichtlich jünger als das Klootschießen entwickelte sich das Boßeln erst mit dem Ausbau befestigter Straßen gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
Die Ursprünge liegen sicherlich im Kegelsport, der in Ostfriesland mangels geeigneter Anlagen damals in jedem Ort vor den Wirtshäusern auf der Straße betrieben wurde. Das dabei mehr und mehr ausufernde Wetten und Trinken erweckte schnell den Mißgunst der (kirchlichen) Obrigkeit, und so wurde trotz Verbots das liebgewonnene Spiel kurzerhand auf die Straßen außerhalb der Ortschaften verlegt.
Seit der Gründung des „Friesischen Klootschießerverbandes“ 1902 wurde Boßeln zu einem echten Breitensport, der heutzutage in Landesverbänden und Meisterschaften ausgetragen wird. Zusammen mit Sportlern aus den Niederlanden, Irland und Italien gibt es sogar eine Europameisterschaft im Boßeln.

Boßel-Artikel aus dem Ostfriesland-Shop

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